Die NAJU unterwegs… in Sachen Fledermaus!

Sachen? Tiere sind doch keine Sachen!

Klar, aber Tiere können Sachen gut gebrauchen. In Dransfeld waren z.B. die Fledermauskästen arg in die Jahre gekommen.


Wir haben gerade erst einen Schwung Kästen aus Hann Münden bekommen – offensichtlich noch aus der gleichen Quelle, wie die Originalen, die vor Ort angehängt waren. Was lag also näher, also unsere NAJU nach dem Vortrag über Fledermäuse und einem Kastenbau nun auch ausschwärmen zu lassen, um die maroden Kästen zu demontieren und entweder zu flicken, oder aber ersetzen zu lassen….

…wobei man hier eigentlich schon hätte ahnen können… flicken war sinnlos. Die Kästen kamen uns zum größeren Teil schon sozusagen freiwillig entgegen.
Eine Kontrolle dieser Kästen war schlicht überfällig.

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Natürlich haben wir erst ganz vorsichtig in die Kästen geleuchtet um nicht mögliche Bewohner zu stören. Und natürlich waren wir auch mit Handschuhen geschützt – Fledermäuse können in seltenen Fällen auch Tollwut haben.
Nachdem wir uns dem Thema ja sozusagen ganzheitlich genähert haben, haben wir auch noch einen Pflanzkübel der Stadt bepflanzt.

Ein Dach über dem Kopf ist ja gut und schön – aber Nahrung ist ja mindestens genauso wichtig. Ja und warum ist jetzt unsere Bepflanzung so anders, als die der anderen Kübel…

Nun, das verrät ein Schild, das wir dort befestigt haben:

Die Jugendgruppe des NABU Samtgemeinde Dransfeld e.V. hat im Juli 2012 diesen Kübel mit einheimischen Pflanzen bepflanzen. Sie sollen ein Beispiel geben, welche Pflanzen man im eigenen Garten kultivieren kann um z.B. Raupenfutter oder Nektar zur Verfügung stellen zu können. Wer Nachtfalter, Schmetterlinge und andere Insekten fördert, nutzt damit wiederum über die Nahrungskette auch den Fledermäusen dieser Stadt. Die Pflanzen sind überwiegend mehrjährig und muss nicht jedes Jahr neu bepflanzt werden. Geben Sie einheimischer Natur einen Raum!

Hier wurde gepflanzt:

Silene dioica – rosa Lichtnelke. Raupenfutterpflanze für verschiedene Eulenfalter und andere Falter. Ergiebige Nektarpflanze
Silene nutans – nickendes Leimkraut. Raupenfutterpflanze für verschiedene Eulenfalter und andere Falter. Nektarpflanze.
Borago officinalis – Borretsch. Raupenfutterpflanzen für verschiedene Falter und Schmetterlinge. Nektarpflanze.
Sedum telephium – Fetthenne. Nektarpflanze.
Trifolium pratense –Rotklee. Raupenfutterpflanze für sehr viele Tagfalter, Eulenfaltr, Spinner und Bläulinge. Sehr gute Nektarpfkanze.
Leucanthemum vulgare – gewöhnliche Margerite – Raupenfutterpflanze Hauchechel-Garteneule
Calendula officinalis – Ringelblume. Raupenfutterpflanze für verschiedene Spinner und Eulenfalter.
Sanguisorba minor – Kleiner Wiesenknopf. Raupenfutterpflanze für Tagfalter, Eulenfalter und Spinner.
Polemonium caeruleum – Jakobsleiter – Nektarpflanze
Und eine nicht einheimische Pflanze – ein eingebürgerter Neophyt: Die Nachtkerze. Wegen der nächtlichen Blüte für Nachtfalter als Nektarpflanze interessant. Sie hat im städtischen Innenbereich durchaus ihren Platz. Achtung – kann durch Samen lästig werden, also besser nach der Blüte ausbrechen oder nur eine Samenkapsel zur Reife gelangen lassen!

Es sind also bevorzugt einheimische Pflanzen, die den Kübel am Parkplatz des Rathauses zieren bzw. zieren werden, denn unter den Pflanzen sind auch einige Zweijährige, die sich erst mal entwickeln müssen. Dafür muss aber eine solche Bepflanzung nicht jedes Jahr erneuert werden. Im Zuge der knappen öffentlichen Kassen sollte das doch zusätzlich erfreuen. Wir danken an dieser Stelle der Stadt, die uns den riesigen Kübel mit Erde gefüllt hat! Meine NAJU hat mich in dem Zusammenhang übrigens wieder einmal überrascht… fertige Blumenerde enthält leider fast immer Torf. Zu Torf und Mooren wußten meine NAJU Teilnehmer nämlich schon außerordentlich viel. Ihr seid toll!

Weil wir noch so viele Pflanzen übrig hatten, haben wir kurzentschlossen auch noch den Kübel vor dem Dransfelder Jugendzentrum bepflanzt, der ebenfalls brach lag.

Unverzichtbar sind bei unseren Treffen übrigens unsere Helfer! Ein großes Dankeschön an Euch!


Und wenn ich es zum Abschluss sagen darf:

Jugendarbeit mach Spaß!

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