Rückblick auf die NAJU Veranstaltung „Fledermäuse – Jäger der Nacht“

13 Kinder… wir haben uns so gefreut, dass so viele Kinder da waren.

Aus dem so vielseitigen Thema von gestern: Fledermäuse sind Säugetiere, die ungewöhnlicher Weise fliegen können und ständig Rufe aussenden und daraus und aus dem Echo der Rufe ein unglaublich exaktes Hörbild erstellen. So genau können wir fast nicht sehen…
Ihre Nahrung… wie vielseitig und wie zahlreich muss sie sein? Wir haben die Tiere in Rätseln erraten und in einem Spiel versucht zu verstehen, dass Fledermäuse häufiger rufen müssen, als wir sichtorientierten Menschen das unbeholfen versuchen. Die Beutetiere waren aber auch furchtbar frech. Da wollte ja keiner mehr freiwillig Fledermaus sein!
Und… der Klassiker im Vortrag… was können wir für die Fledermäuse tun. Und da reicht es nicht, einen Kasten zu bauen und aufzuhängen. Es braucht eine strukturreiche Landschaft, Winterquartiere, Sommerquartiere, Beutetiere… da heisst es um- und vorrausdenken. Beutetiere… ja Nachtfalter finden Nektar bestimmt auch an eher exotischen Pflanzen. Aber die Raupen… wer mal neugierig nachlesen mag… ich empfehle da floraweb. Da kann man nachlesen ob die betreffende Pflanze einheimisch ist und… was sie für eine Bedeutung für Schmetterlinge ( auch Nachtfalter) hat. Und damit eben am Ende der Nahrungskette auch für Fledermäuse. Und wieviel so Fledermäuse vertilgen… zeigten die Beispiele… 300 Maikäfer an einem Abend, 4000 Zuckmücken in einer Nacht… da fallen einem spontan Alternative ein zum Giftregen in anderen Bundesländern zur Bekämpfung des „furchtbaren“ Maischädlings. Ich wohnte lange Jahre in Bayern… Maikäfer gehörten da zum guten Ton. Wer mal Hühner auf runter plumpsende Maikäfer zurennen sieht… der bekommt eine Ahnung von der Nahrungskette und was es braucht, damit das Problem im Gleichgewicht bleibt. Nein. Die Maikäfer gibt es trotz seiner natürlichen Feinde weiter. Aber die Natur schickt keinen Schädling um z.B. Eichen „auszurotten“. Es gibt ein Gleichgewicht zwischen Baum und Schädling und dessen natürlichen Feinden. Der Schädling wäre nicht auf dieser Welt geblieben, wenn er seinen „Wirt“ vernichtet hätte. Es braucht keine Giftspritze, erst recht nicht von oben wohlmöglich auf Menschen, gar Kinder. Und diese flächendeckenden Giftregen… ich darf erinnern, dass es das in den 70ern schon mal gab. Mit DDT damals, das man für ach so harmslos hielt.
Gift und vergiftete Beutetiere… auch das haben wir angesprochen. Aber auch die Giftbehandlung mancher Dachstühle, die übrigens auch wieder eine Renaissance erlebt.

Es war, wie man schon erahnt, ein langer Vortrag. Ein so komplexes Thema… aber es brauchte die basics! Es ist eben nicht ausreichend in der Jugendgruppe nur einen Kasten zu bauen und den auch noch daheim an einen ungeeigneten jungen Baum zu hängen. Das wäre nur sinnloser Aktionismus.

Für Juli haben wir dann auch ein weiteres Teilstück des Themas ins Visier genommen… es hängen so viele Kästen in Dransfeld. Ein Kind erzählte, wie ein Kasten in seinem Beisein runter gefallen wäre… ja, es fällt auf, dass die Schutzmassnahmen in Dransfeld in die Jahre gekommen sind. Wir werden vorsichtig in die Kästen leuchten – und, wenn unbewohnt, reparieren bzw. ersetzen, was nicht mehr zu retten ist. Und… wir werden einen Blumenkübel der Stadt bepflanzen. Mal nicht mit Geranien, Petunien und Co – sondern mit Nachtkerzen, Silene dioica und Silene nutans ect…. das ist hübscher als man meint. Und es lässt sich gut daheim vorziehen… warum immer Baumärkte finanziell beglücken, mit in Gewächshäusern verzärtelt hochgezogenen Pflanzen. Mehr Mut zur heimischen Botanik! Vielleicht lässt sich mancher inspirieren…

Dieser Beitrag wurde unter NAJU, Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.